Heutzutage sind Drucker aus unserem beruflichen wie auch privaten Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch wussten Sie, dass es sowohl Tintenstrahldrucker als auch Laserdrucker noch gar nicht so lange gibt? Tatsächlich erschienen beide Geräte erst zwischen den 1950er und 1970er Jahren auf der Bildfläche. Der Laserdrucker ging aus der Elektrofotografie hervor. Und der erste Tintenstrahldrucker war eigentlich ein Fernschreiber mit integrierter Tastatur. Tauchen Sie gemeinsam mit uns ab in die interessante Geschichte der Entstehung von Tintenstrahl- und Laserdrucker.
Die Geschichte des Laserdruckers
1. Chester Carlson als Grundsteinleger
Der technische Grundstein für den Laserdrucker wurde bereits im Jahr 1938 gelegt, und zwar von Chester F. Carlson (1906-1968) – einem Physiker aus den USA. Er war es, der 1937 die Elektrofotografie zum Patent anmeldete. Carlson, der in der Patentabteilung eines Elektrogeräteunternehmens arbeitete, musste dort viele Kopien von Patentanmeldungen manuell anfertigen. Diese Arbeit empfand er als monoton und frustrierend. Und so tüftelte er ein automatisches / maschinelles Vervielfältigungsverfahren in Form eines Bürogerätes aus.
Einen ersten Erfolg konnte er im Jahr 1938 verzeichnen, als ihm eine Fotokopie von Bärlappsporen (Wolfsklaue) auf einer Glasplatte gelang. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten, seine Erfindung zu vermarkten, erhielt er 1944 Unterstützung vom Batelle Memorial Institute, welches ihm 3000 US-Dollar zur Weiterentwicklung seines Prototyps zur Verfügung stellte.
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Der erste Trockenkopierer und die Geburt der Xerographie
1950 brachte Carlson dann den ersten Trockenkopierer unter der Marke Haloid auf den Markt. Das Unternehmen wurde später in Xerox Inc. umbenannt. Dieser Schritt markierte gleichzeitig die Geburtsstunde der Xerographie. Das ist ein Verfahren, bei dem mittels elektrisch geladener Rollen und Riemen über elektromagnetische Effekte ein Bild aus Tonerpulver auf ein Blatt übertragen wird. Das Pulver wird danach durch Erhitzen fixiert.
Im Jahr 1953 führte Xerox die ersten Farbkopierer ein, welche zunächst nur gemietet werden konnten. 1960 wurde dann auch die Xerographie von Xerox patentiert und kommerzialisiert. Diese frühen Geräte arbeiteten analog und rein optisch mit Spiegeln und Linsen und waren auf das Kopieren von Vorlagen beschränkt.
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Die ersten kommerziellen Laserdrucker
Im Jahr 1969 erfand Gary Starkweather, ein Forscher bei Xerox, das Laserdruck-Verfahren und präsentierte 1971 einen funktionierenden Prototypen. Beim Laserdruck wird die optische Abtastung der Vorlage überflüssig, da das Bild digital von einem Computer gesteuert wird. Ein fokussierter Laser und Spiegel zeichnen das Bild zeilenweise als elektrische Ladung direkt auf die Druckertrommel.
1973 wurde der Xerox Alto, ein Multifunktions-PC mit Maus, grafischer Oberfläche und dem ersten kommerziell nutzbaren Laserdrucker (EARS, Ethernet-Alto research character generator scanning laser output terminal), vorgestellt. Im selben Jahr brachte Xerox den ersten kommerziellen Farbkopierer, den Xerox 6500, auf den Markt.
Es folgten der IBM 3800 (1976) – ein großes Drucksystem für Versandetiketten und Lieferscheine – sowie der Star 8010 (1981) – der erste Laserdrucker für den Büroeinsatz. Dieser Xerox Star diente übrigens Bill Gates und Steve Jobs als Inspiration für ihre Betriebssysteme Windows und MacOS.
Mit dem Aufkommen des PCs in den 1980er Jahren konnte Hewlett Packard 1984 mit dem 3500 US-Dollar teuren und PC-kompatiblen LaserJet 8ppm den ersten großen kommerziellen Erfolg mit Laserdruckern verbuchen. Danach strebten auch Brother, IBM, Apple und andere mit ihren Laserdruckgeräten auf den Markt. Schnell verdrängte der Laserdrucker die bis dahin gängigen Nadel- und Typenraddrucker.
Die Geschichte des Tintenstrahldruckers
1. Der erste Tintenstrahldrucker
Die Geschichte des Tintenstrahldruckers begann in den 1960er Jahren mit der Entwicklung des Teletype Inktronic durch die Teletype Corporation zwischen 1963 und 1970. Dieser erste Tintenstrahldrucker war jedoch kein Drucker im klassischen Sinne, sondern ein Fernschreiber mit integrierter Tastatur, der als Ein-/Ausgabegerät für Großrechner diente. Die Druckleistung war gering, und es gab Probleme mit der genauen Tintenabgabe, was zu schneller Verschmutzung und mangelhafter Druckqualität führte. Außerdem war das Gerät noch zu groß für eine private Nutzung.
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Die ersten kommerziellen Tintenstrahldrucker
Anfang der 1970er Jahre brachte IBM die ersten funktionsfähigen Tintenstrahldrucker auf den Markt, die im Permanentbetrieb (Continuous drop) arbeiteten und nur für den industriellen Einsatz geeignet waren. Das Verfahren des kontinuierlichen Tintenstrahls wird bis heute in verbesserter Form bei einigen Tintenstrahldruckern verwendet.
Die technische Umsetzung gelang schließlich den weltbekannten Konzernen HP, Canon und Epson. 1979 reichten HP und Canon nahezu gleichzeitig ein Patent für das Tintenstrahldruckverfahren ein.
1977 brachte Siemens den ersten kommerziellen Tintenstrahldrucker mit Piezotechnik auf den Markt: den Siemens Printer Terminal 80 Inkjet. Im Jahr 1984 veröffentlichte HP den ersten Tintenstrahldrucker für Endkunden namens HP ThinkJet. Im selben Jahr stellte auch Epson seinen ersten Tintenstrahldrucker vor – den SQ 2000 – der im Piezo-Verfahren Tröpfchen verschoss.
1987 brachte HP mit dem HP PaintJet den ersten farbigen Tintenstrahldrucker heraus. Und im Jahr 1988 erschien der erste Tintenstrahldrucker für den Massenmarkt, genannt HP Deskjet.